Zeitschrift Zitieren Beispiel Essay

Anders als bei einem Aufsatz in einem Sammelband wird bei einem Aufsatz, der in einer Zeitschrift veröffentlicht wurde, nicht der Erscheinungsort genannt. Stattdessen werden Angaben zum Titel der Zeitschrift und zum ihrem jeweiligen Jahrgang gemacht.

Die Zitierregel für einen Zeitschriften-Aufsatz lautet daher:

Nachname, Vorname: Titel des Aufsatzes. Untertitel, in: Zeitschriftentitel Jahrgang (Erscheinungsjahr), S. x–y.

Ein Beispiel für einen Aufsatz, der in einer Zeitschrift veröffentlicht wurde:

Ax, W.: Die pseudovergilische „Mücke“ – ein Beispiel römischer Literaturparodie? Philologus 128 (1984), S. 230–249.

Abkürzung des Zeitschriftentitels

Zeitschriftentitel können abgekürzt angegeben werden, wenn
a) der Gebrauch dieser Abkürzungen im eigenen Studiengang üblich ist und man
b) keine eigenen Abkürzungen „erfindet“.

Durch die Abkürzung des Titels der Zeitschrift ist die entsprechende Literaturangabe kürzer und vor allem übersichtlicher, was gerade in einem Literaturverzeichnis ein großer Vorteil ist.

Das folgende Beispiel enthält die gleiche Literaturangabe – einmal ohne und einmal mit Abkürzung:

Hammerstaedt, J.: Gryllos. Die antike Bedeutung eines modernen archäologischen Begriffs, in: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik 119 (2000), S. 29–46.

Hammerstaedt, J.: Gryllos. Die antike Bedeutung eines modernen archäologischen Begriffs, in: ZPE 119 (2000), S. 29–46.

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Der Harvard-Style stellt eine Zitiertechnik1 dar, bei der Quellen innerhalb des Textes angegeben werden. Dies geschieht in Klammern; bei indirekten Zitaten steht ein „vgl.“ davor. Wie bei jeder anderen Zitiertechnik auch, muss eine Quellenangabe dann erfolgen, wenn der direkte Wortlaut einer Quelle übernommen wurde (vgl. Beispiel 1) oder Gedankengänge des Autors indirekt mit in die Arbeit einfließen (vgl. Beispiel 2). Wird ein Autor mehrfach zitiert, ohne dass sich dazwischen Zitate eines anderen Autors befinden, so kann mit einem „vgl. ebd.“ gearbeitet werden.2

Zu beachten ist, dass nach dem Harvard-Style sowohl mit Doppelpunkten als auch mit einem Komma und der Abkürzung für Seite gearbeitet werden kann; dies gilt sowohl für direkte (vgl. Beispiel 1) als auch für indirekte Zitate (vgl. Beispiel 2).

Die Quellenangabe steht dabei grundsätzlich mit im Satz und nicht dahinter; bei direkten Zitaten hinter den Abführungszeichen, bei indirekten Zitaten hinter dem letzten Wort des Satzes, aber vor dem Punkt (vgl. Beispiel 2).

Generell macht es keinerlei Unterschied, ob du einen Autor zitierst oder mehrere Autoren unterschiedlicher Werke (vgl. Beispiel 3) bzw. mehrere Autoren eines Werkes (vgl. Beispiel 4).

Auch Internetquellen werden – wenn möglich – ebenso zitiert wie alle anderen Quellen. Handelt es sich um Studien, bei denen Seiten vorhanden sind, werden diese mit angegeben. Ansonsten reichen der Nachname des Autors (oder des Herausgebers) und die Jahreszahl (vgl. Beispiel 6), einige Universitäten erlauben es auch, einen Link zu der jeweiligen Webseite einzufügen.

Wird in direkten Zitaten etwas ausgelassen oder werden Wörter verändert, um sie der Grammatik des eigenen Satzes anzupassen, muss dies kenntlich gemacht werden. Dies geschieht durch runde oder eckige Klammern. Gleiches gilt für Anmerkungen im Zitat selbst (vgl. Beispiel 7).

Fußnoten werden beim Harvard-Style lediglich genutzt, um Anmerkungen zum Geschriebenen zu machen, die bspw. im Text zu weit führen würden, aber trotzdem Erwähnung finden sollen. Für Quellenangaben werden nie Fußnoten verwendet.

Beispiel 1)
Direktes Zitat:

Die Funktion der Ehe ist als „Grundstein der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen und andererseits als ökonomisch-politischer Nutzfaktor“ (Do 2003: 9) zu betrachten.

Die Funktion der Ehe ist als „Grundstein der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen und andererseits als ökonomisch-politischer Nutzfaktor“ (Do 2003, S. 9) zu betrachten.

Beispiel 2)
Indirektes Zitat:

Die Architextualität beschäftigt sich damit, wie die Zuordnung eines Textes zu einer Kategorie stattfindet und einer Gattung zugeordnet wird (vgl. Genettes 1993: 44).

Die Architextualität beschäftigt sich damit, wie die Zuordnung eines Textes zu einer Kategorie stattfindet und einer Gattung zugeordnet wird (vgl. Genettes 1993, S. 44).

Beispiel 3)
Mehrere Autoren unterschiedlicher Werke:

Das Bild der romantischen Liebe veränderte sich im Zuge der Entwicklung der modernen Familien (vgl. Horkheimer 2007: 225; Luhmann 1982: 9).

Das Bild der romantischen Liebe veränderte sich im Zuge der Entwicklung der modernen Familien (vgl. Horkheimer 2007, S. 225; Luhmann 1982, S. 9).

Beispiel 4)
Zwei Autoren eines Werkes:

Innerhalb von Unternehmen äußerten 38 Prozent der Vorgesetzten die Angst, dass bei der Einstellung von Bewerbern mit Migrationshintergrund gewisse Sprachbarrieren entstehen könnten (vgl. Enggruber/Rützel 2015: 9).

Innerhalb von Unternehmen äußerten 38 Prozent der Vorgesetzten die Angst, dass bei der Einstellung von Bewerbern mit Migrationshintergrund gewisse Sprachbarrieren entstehen könnten (vgl. Enggruber/Rützel 2015, S. 9).

Beispiel 5)
Mehr als zwei Autoren eines Werkes

Schon in der römischen und griechischen Antike fand eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Engel in Verbindung mit Gottheiten statt. Bezeichnet wurden sie als Zwischenwesen und – ähnlich den christlichen Engeln – auf ihren Schultern saßen Flügel (vgl. Vorgrimler/Bernauer/Sternberg 2008: 13).

Schon in der römischen und griechischen Antike fand eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Engel in Verbindung mit Gottheiten statt. Bezeichnet wurden sie als Zwischenwesen und – ähnlich den christlichen Engeln – auf ihren Schultern saßen Flügel (vgl. Vorgrimler/Bernauer/Sternberg 2008, S. 13).

Beispiel 6)
Internetquellen

„Das Internet ist weiß, männlich und tut alles, damit das so bleibt. Nach einem Jahrzehnt mit Facebook, Reddit und Twitter ist mein persönliches Zwischenfazit, dass die Dienste daran nichts ändern wollen. Sie sind nicht bereit, die Konsequenzen aus dem zu ziehen, was sie selbst predigen“ (Tanriverdi 2015).

Beispiel 7)
Auslassungen, Veränderungen, Anmerkungen und Falschschreibungen

Auslassung

Die Funktion der Ehe ist als „Grundstein der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen […]“ (Do 2003, S. 9) zu betrachten.

Veränderungen

Die Funktionen von Ehen sind die „Grundstein[e] der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen und andererseits als ökonomisch-politischer Nutzfaktor“ (Do 2003, S. 9) zu betrachten.

Anmerkung

„Sie [Anm. d. Verf.: die Internetportale] sind nicht bereit, die Konsequenzen aus dem zu ziehen, was sie selbst predigen“ (Tanriverdi 2015).

Falschschreibungen

Befinden sich Tipp-, Grammatik- oder ähnliche Fehler im Original, übernimmst du diese zwar, kennzeichnest dies jedoch durch ein [sic!] hinter dem jeweils fehlerhaften Wort. Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf ein [sic!] verzichtet, wenn Textstellen zitiert werden, die noch in alter Rechtschreibung geschrieben sind.

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